Institut für Diakoniewissenschaft und Diakoniemanagement

Die v. Bodelschwinghschen Anstalten zwischen allgemeinem Versorgungsauftrag und Privatkranken – Alltag 1924-1949

Diakoniehistorisches Kolloquium am Montag, den 5. Dezember, mit Jelena Haskenhoff M.A. und Dr. Uwe Kaminsky

Für alle diakoniegeschichtlich Interessierten gibt es die Gelegenheit, Jelena Haskenhoff M.A. (Bielefeld) und Dr. Uwe Kaminsky (Bochum) mit ihrem Vortrag zu

Die v. Bodelschwinghschen Anstalten zwischen allgemeinem Versorgungsauftrag und Privatkranken – Alltag 1924-1949 

zu erleben. - Achtung! Diesmal an einem Montagabend!

Der Vortrag will einige Ergebnisse des Forschungsprojektes über den Alltag im „Großbetrieb der Barmherzigkeit“ aufzeigen. Als größte deutsche Privatanstalt, gegründet für die Pflege und Behandlung von Epileptischen, übernahmen die v. Bodelschwinghschen Anstalten zusammen mit anderen meist konfessionellen Privatanstalten auch einen allgemeinen Versorgungsauftrag, der in den Weimarer Jahren auch eine Ausweitung des eigenen Betriebes mit sich brachte. Daneben stellten die versorgten Privatkranken auch eine wesentliche Basis für das finanzielle Überleben der Einrichtung wie deren überregionales Renommee dar. Der Entwicklungsweg der v. Bodelschwinghschen Anstalten soll durch die Zeit der Weimarer Republik, die Jahre des Nationalsozialismus und die direkte Nachkriegszeit verfolgt und charakteristische Herausforderungen wie die nationalsozialistische Zwangssterilisation und „Euthanasie“ wie der Zweite Weltkrieg benannt und die Reaktionen Bethels beschrieben werden.

Dieses Diakoniewissenschaftliche Kolloquium bietet das IDWM zusammen mit dem Institut für Diakonie- und Sozialgeschichte (IDSG) als Hybridveranstaltung an.

Zur Anmeldung für die digitale (per Zoom) oder die präsentische Teilnahme (Seminarraum des IDWM, Bethelweg 8, 2. Etage rechts) melden Sie sich bitte per Email bei Frau Voß an. Wir freuen uns auf  ein Wiedersehen an diesem gemeinsamen Abend mit einem sicher interessanten Thema.

Veranstaltungen:

05. Dezember
2022
Montag

„Die v. Bodelschwinghschen Anstalten zwischen allgemeinem Versorgungsauftrag und Privatkranken – Alltag 1924-1949“

  • Montag
  • 18.00 bis 20.00 Uhr
  • Diakoniewissenschaftliche Kolloquien

Dr. Uwe Kaminsky (Bochum) und Jelena Haskenhoff M.A. (Bielefeld)

Weitere Informationen

19. Januar
2023
Donnerstag

bis

21. Januar
2023
Samstag

Diakonie als Branche: Entstehung, Strukturen, Profile

  • Donnerstag bis Samstag
  • Siehe Termindetails
  • Kompaktseminare

Weitere Informationen

15. Februar
2023
Mittwoch

Erinnerbare Jugend in Freistätter Erziehungsheimen - Befunde zur kustodialen Geschichtsarchivierung am Beispiel des Hauptarchivs Bethel

  • Mittwoch
  • 18.00 bis 20.00 Uhr
  • Diakoniewissenschaftliche Kolloquien

Dr. Maximilian Schäfer (Osnabrück)

Weitere Informationen

Weitere Veranstaltungen finden Sie ... [hier]

Diakoniehistorisches Kolloquium „Wichtige Erkenntnisse zur Diakonie aus den Stasi-Akten“

Rückblick auf einen Abend mit Reinhard Neumann

Im Rahmen des Diakoniewissenschaftlichen Kolloquiums in Kooperation mit dem Institut für Diakonie- und Sozialgeschichte (IDSG) referierte Reinhard Neumann am 16. November 2022 über

„Wichtige Erkenntnisse zur Diakonie aus den Stasi-Akten“

Über 40 Teilnehmende erlebten einen engagierten Vortrag. Neumann beschrieb, welche für die Diakonie relevanten Entdeckungen er in den Stasi-Unterlagen machen konnte. Es war ihm möglich, Berufs-Laufbahnen Einzelner mit Datensätzen und Tätigkeiten des MfS zu verknüpfen.

Bei seinen Arbeiten an der Veröffentlichung „In Zeit-Brüchen diakonisch handeln 1945-2013“ wurde für Neumann deutlich, wie sehr die Diakonischen Gemeinschaften in Ost und West seit 1950 von der Tätigkeit des Ministeriums für Staatssicherheit der DDR betroffen waren. Im November 2013 stellte er beim damaligen Bundesbeauftragten für die Unterlagen des Staatssicherheitsdienstes der ehemaligen DDR (BStU.) den Antrag auf Einsichtnahme. Seit seinem ersten Besuch wurden ihm bis heute etwa 32.000 Seiten Akten des Ministeriums für Staatssicherheit (MfS, Hauptabteilung [HA] XX) vorgelegt. 2014 begann in der Evangelischen Stiftung Neinstedt die Aufarbeitung der dortigen Stasi-Aktivitäten zwischen 1950 und 1989. Seither erhellen diese Untersuchungen das Eindringen der DDR-Staatssicherheit in sämtliche Bereiche und in die gesamte Struktur des Neinstedter Anstaltslebens.

2017 stieß Neumann in einem Querverweis der HA XX auf Unterlagen der für „strafrechtliche Ermittlungen“ zuständigen Stasi-Hauptabteilung IX („Untersuchungsorgan“). Dort war die „Linie HA IX/11“ zuständig für Ermittlungen im Zusammenhang mit NS-Verbrechen. Nach weiteren Rechercheanforderungen wurde ihm ein für mich relevanter Bestand der HA IX/11 von 152 Akten-Signaturen mitgeteilt. Im Vortrag werden einige Beispiele zur Überwachungsarbeit der Stasi in der Diakonie vorgestellt.

Reinhard Neumann beschäftigt sich seit 2012 historisch mit der Evangelischen Stiftung Neinstedt.

  • Veröffentlichungen:
    • Nächstenliebe unter einem Dach. Neinstedter Geschichte – Von den Anfängen bis in unsere Zeit (2020),
    • Den Zahlen einen Namen geben. Die Verlegungen von Neinstedter Pfleglingen und Fürsorgezöglingen von 1937 bis 1943 (2022),
  • derzeit in Bearbeitung:
    • Die Neinstedter Fürsorgearbeit ab 1945 und die „Jugendwerkhöfe“ der DDR, (erscheint 2024),
    • Die Neinstedter Anstalten und das Ministerium für Staatssicherheit der DDR, (erscheint 2027).
    • Seit 2013 Recherche und Bearbeitung von ca. 32.000 Seiten Stasi-Akten zur Diakonie in den Beständen des BStU./heute Bundesarchiv, die Veröffentlichung erscheint 2029.

Dieses Kolloquium hat die Anwesenden begeistert und zum Nachdenken angeregt. Wir danken dem Referenten und Ihnen sehr herzlich für die engagierte Teilnahme.

Liebe Besucherinnen und Besucher,

wir heißen Sie auf unserer neuen Website unter idwm-bielefeld.de herzlich willkommen.

Diese Seite ist noch im Aufbau, enthält aber bereits die wichtigsten Informationen über unser Institut, unsere Studiengänge und unsere Forschung.

Wenn Sie Inhalte vermissen, nutzen Sie gern unser Kontaktformular.

Ihr Team vom Institut für Diakoniewissenschaft und Diakoniemanagement (IDWM)

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    Konsumierende, so hat es den Anschein, müssten lediglich an nachhaltigen Konsummärkten teilnehmen, um den ökologischen, ökonomischen, politischen und sozialen Krisen des 21. Jahrhunderts die Stirn zu bieten. Werden diese Märkte von der breiten Bevölkerung als attraktiv und alltagskompatibel wahrgenommen, so das gängige Narrativ, folge der veränderten nachhaltigen Nachfrage seitens…

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