Veranstaltung

Buchpräsentation "Großbetrieb der Barmherzigkeit"

Dienstag, 23. Juni 2026 um 17.45 Uhr

Dr. Marion Hulverscheidt, Jelena Haskenhoff, B.A. und Dr. Uwe Kaminsky präsentieren zentrale Ergebnisse.

Das Institut für Diakonie-und Sozialgeschichte am IDWM und die v. Bodelschwinghschen Stiftungen Bethel laden herzlich zur Präsentation der neu erschienenen Untersuchung zur Alltagsgeschichte Bethels ein.

"Seit Ende der 1920er Jahre waren die v. Bodelschwinghschen Anstalten die größte diakonische Einrichtung Deutschlands. Das Buch bietet eine Alltagsgeschichte eines „Großbetriebs der Barmherzigkeit“, in dem Menschen mit Epilepsie und psychischen Behinderungen versorgt wurden. Die Patientenakten von 1924 bis 1949 werden quantitativ analysiert; Sachakten werden qualitativ ausgewertet. Dargestellt wird die Versorgung, Pflege und medizinische Behandlung der in Bethel untergebrachten Menschen, die Hinwendung der Anstaltsvertreter zum Nationalsozialismus, die Beteiligung an Zwangssterilisationen, die Abwehrversuche gegen die „Euthanasie“, die erhöhte Sterblichkeit im Krieg und in der Nachkriegszeit sowie der Umgang mit NS-Tätern.

Ein „Großbetrieb der Barmherzigkeit“ wollten die v. Bodelschwinghschen Anstalten nie sein. Doch hatten sie sich bis Ende der 1920er Jahre angesichts von Prozessen der Medizinalisierung und Professionalisierung dazu entwickelt. Das vorliegende Buch stellt eine Alltagsgeschichte der größten privaten Anstalt Deutschlands dar. In der Einrichtung wurden Menschen mit Epilepsie, mit Behinderungen und psychisch versorgt. Die Studien beruhen erstmals auf der Basis einer inhaltlichen wie quantitativen Analyse der in Bethel vorhandenen Patientenakten der Aufnahmen der Jahre 1924 bis 1949. Zudem wurden Sachakten aus dem Hauptarchiv Bethel von der Zeit der Weimarer Republik bis zur Bundesrepublik umfangreich ausgewertet. Sie behandeln Themen wie die Versorgung, Pflege und medizinische Behandlung der in Bethel untergebrachten Menschen, die Hinwendung der Anstaltsvertreter zum Nationalsozialismus, die Beteiligung an Zwangssterilisationen, die Abwehrversuche gegen die „Euthanasie“ und die erhöhte Sterblichkeit im Krieg und in der Nachkriegszeit sowie den Umgang mit NS-Tätern." (Inhaltsangabe des Verlags)

Das 648 Seiten umfassende Werk ist ist bereits als Ebook oder gebunden im Buchhandel erhältlich. Aschendorff Verlag, ISBN 978-3-7395-1566-3.
 

Referent:innen

Dr. med. Marion Hulverscheidt

Medizin-und Wissenschaftshistorikerin, Universität Kassel.
Forschungsschwerpunkte: Medizin im Nationalsozialismus und Geschlechtergeschichte.

Jelena Haskenhoff, B.A.



Masterstudentin der Geschichtswissenschaften.
Forschungsschwerpunkte: Frauengeschichte und Sozialgeschichte im 19. und 20. Jahrhundert.

Dr. phil. Uwe Kaminsky



Historiker, Institut für Geschichte der Medizin und Ethik in der Medizin der Charité.
Forschungsschwerpunkte: Zeitgeschichte, Sozial-und Diakoniegeschichte des 19. und 20. Jahrhunderts.

Veranstaltungshinweise

Veranstalter: Institut für Diakoniewissenschaft und Diakoniemanagement (IDWM), Universität Bielefeld in Kooperation mit den v. Bodelschwinghschen Stiftungen Bethel

Ort: Haus Groß-Bethel, Bethelweg 8, 33617 Bielefeld, Raum G_E.08

Zur Anmeldung klicken Sie bitte HIER.

Anreise

per Auto: Parken auf einen der Parkplätze rund um das Haus Groß-Bethel; Parkhaus unter dem Bethelplatz (Zufahrt über Handwerkerstraße)

per Zug: bis HBF Bielefeld, dann ÖPNV, Stadtbahn Linie 1 Richtung Senne/Brackwede bis Haltestelle Bethel (alle 10 Minuten; Fahrtdauer ca. 8 Minuten + ca. 10 Minuten Fußweg über Königsweg bergauf nach Groß-Bethel), außerdem diverse Buslinien.