Buchpräsentation: „Großbetrieb der Barmherzigkeit. Studien zum Alltag in den v. Bodelschwinghschen Anstalten Bethel 1924 bis 1949“
Am Montag, den 23. Juni 2026, um 17.45 Uhr laden das Institut für Diakonie- und Sozialgeschichte am IDWM und die v. Bodelschwinghschen Stiftungen Bethel zur Präsentation der neu erschienenen Studie „Großbetrieb der Barmherzigkeit. Studien zum Alltag in den v. Bodelschwinghschen Anstalten Bethel 1924 bis 1949“ ein.
Die Autor:innen, Dr. Marion Hulverscheidt und Dr. Uwe Kaminsky, stellen zentrale Ergebnisse ihrer Untersuchung vor. Anschließend kommen sie gemeinsam mit Jelena Haskenhoff, Masterstudentin der Geschichtswissenschaften, mit den Teilnehmenden ins Gespräch.
Die Studie zeichnet erstmals auf Grundlage einer umfangreichen Auswertung von Patientenakten und Archivbeständen eine Alltagsgeschichte Bethels zwischen Weimarer Republik, Nationalsozialismus und früher Bundesrepublik nach. Sie beleuchtet die Lebens- und Versorgungssituation der in Bethel untergebrachten Menschen ebenso wie die Rolle der Anstalt im Nationalsozialismus. Themen sind unter anderem Beteiligungen an Zwangssterilisationen, Reaktionen auf die nationalsozialistische „Euthanasie“, erhöhte Sterblichkeit während der Kriegs- und Nachkriegszeit sowie der Umgang mit NS-belasteten Mitarbeitenden. Das 648 Seiten umfassende Werk ist im Aschendorff Verlag erschienen (ISBN 978-3-7395-1566-3) und bereits als gebundene Ausgabe sowie als E-Book erhältlich.
Die Veranstaltung bietet Gelegenheit, Einblicke in aktuelle Forschungen zur Geschichte Bethels zu gewinnen und deren Bedeutung für die Auseinandersetzung mit Diakonie, Fürsorge und institutioneller Verantwortung zu diskutieren.
Informationen zur Anmeldung finden Sie auf der Veranstaltungsseite.
Internationales CODE Forum 2026 in Bielefeld*
Vom 16. bis 19. September 2026 findet an der Universität Bielefeld das Internationale CODE Forum 2026 statt. Unter dem Titel Between Solidarity and Division – Diaconal Community Development and Christian Social Practice in a Time of Polarisation kommen Menschen aus Wissenschaft, Kirche und sozialer Praxis zusammen, um aktuelle Herausforderungen diakonischer Gemeinwesenarbeit und christlicher Sozialpraxis zu diskutieren.
Das CODE Forum ist ein internationales und ökumenisches Netzwerk mit Teilnehmenden aus verschiedenen europäischen Ländern und darüber hinaus. Es steht in Verbindung mit ReDi (The International Society for the Research and Study of Diakonia and Christian Social Practice) und versteht sich als Raum für Austausch, gemeinsames Lernen, internationale Vernetzung sowie die Weiterentwicklung von Forschung und Praxis.
Im Mittelpunkt stehen Fragen gesellschaftlicher Polarisierung, sozialer Teilhabe und lokaler Gemeinschaftsentwicklung. Diskutiert werden die Rolle von Diakonie in gesellschaftlichen Krisen, diakonische und kirchliche Praxis in Zeiten politischer Polarisierung sowie diakonische Identität in multireligiösen und säkularen Kontexten.
Das Treffen richtet sich ausdrücklich nicht nur an etablierte Wissenschaftler:innen. Willkommen sind ebenso Studierende, Praktiker:innen sowie Mitarbeitende aus Kirche und Diakonie, die internationale Perspektiven kennenlernen, Kontakte knüpfen oder eigene Projekte und Ideen zur Diskussion stellen möchten. Die englischsprachige Tagung bietet die Möglichkeit, Menschen aus Skandinavien, den Benelux-Ländern, Südafrika und weiteren europäischen Kontexten zu begegnen und Einblicke in unterschiedliche Formen diakonischer Community-Entwicklung zu gewinnen.
Weitere Informationen zum Programm, zur Beitragseinreichung und zur Anmeldung finden Sie auf der Veranstaltungsseite.
*Hinweis: Das Internationale CODE Forum ist eine eigenständige internationale Veranstaltung und nicht mit dem Forum Diakoniewissenschaft des IDWM zu verwechseln. Das diesjährige Forum Diakoniewissenschaft findet am 6. November 2026 statt.