Vor diesem Horizont gewinnt auch die Jahreslosung ihr Gewicht: „Siehe, ich mache alles neu!“ (Offb 21,5). Diese Zusage ergibt sich nicht aus vorhandenen Möglichkeiten. Sie verweist auf Gottes schöpferisches Handeln, das selbst dort Zukunft eröffnet, wo unsere Erwartungen ins Leere laufen. Darin liegt ihre Hoffnungskraft: Wo Gott Neues schafft, öffnet sich eine neue Perspektive, auch wenn die Gegenwart unübersichtlich bleibt.
Menschen begegnen diakonischer Arbeit oft an den Bruchlinien ihres Lebens, wenn Abschiede unausweichlich werden, Krankheit Gewissheiten erschüttert oder Armut, Ausgrenzung und Verlust vertraute Lebensordnungen zerbrechen lassen. Bei der Diakonie finden sie verlässliche Begleitung und konkrete Hilfe. Dort erfahren sie Achtung und Solidarität.
Vielleicht treffen sie auf Menschen, die Hoffnung nicht vorschnell über Leid hinweg aussprechen und die Räume schaffen, in denen Leid sein darf.
Vielleicht werden neue Erfahrungen möglich und Menschen entwickeln neue Kraft. Die eigene Situation kann neu verstanden werden. Ein „Trotzdem“ wird möglich, auch angesichts des Bruchs. Neue Hoffnung wächst aus der Einsicht, dass Leben auch ganz anders werden kann.
Die Osterbotschaft ist Gottes „Dennoch“. Sie hält der Neigung, Schwieriges und Leidvolles aus dem Leben auszuklammern, die Zusage eines neuen Anfangs entgegen.
Gottes Verheißung zu Ostern erinnert daran, dass Leben neue Gestalt gewinnt und auch unter Bedrängnis ein Neu- und Ganz-Anders-Werden möglich ist.
Mit dieser Zuversicht wünschen wir Ihnen ein gesegnetes Osterfest.
Ihr Institut für Diakoniewissenschaft und Diakoniemanagement (IDWM)
übrigens: Auch am IDWM haben wir in diesem Frühling Neuanfänge gewagt: Das erste gemeinsame Treffen des Netzwerks Diakoniewissenschaft und des Wissenschaftsnetzwerks Caritas hat in Bielefeld stattgefunden und viele neue Impulse und Inspirationen freigesetzt. Lesen Sie hier unseren Veranstaltungsrückblick.