Neues aus dem IDWM

„Gott spricht: Siehe, ich mache alles neu!“ – Zur Jahreslosung 2026

2025 war unsere Aufgabe: „Prüft alles und behaltet das Gute“(1.Thess. 5,21). Die Jahreslosung 2026 hat dem noch etwas hinzuzufügen, denn hier kommt Gott ins Spiel. „Gott spricht: Siehe, ich mache alles neu!“ (Offb. 21,5).

Damit richtet sie den Blick auf das, was jenseits menschlicher Kontrolle liegt – auf Erneuerung, die uns herausfordert, Erwartungen zu hinterfragen und gewohnte Sicherheiten loszulassen. Sie führt das kritische Überprüfen verschiedener Optionen fort, geht aber darüber hinaus: Nun sind nicht nur Abwägen und Entscheiden gefragt, sondern auch das Sich-Einlassen auf Unbekanntes.

In der Logik des St. Galler Management-Modells, in dem uns Optimierung und Erneuerung als Entwicklungsmodi begegnen, könnte man sagen:

In 2025 ließ sich aus der Losung ein Aufruf zur Optimierung als organisationale Inventuraufgabe ableiten. Prüfen, Sichten, Entscheiden, was behalten wird… Diese Form der organisatorischen Inventur klang vertraut, nach menschlicher Planung und Kontrolle. Organisationen und Menschen neigen zum Bewahren; Strukturen werden gesichert, an Gewohntem und Berechenbarem festgehalten.

Demgegenüber kann die diesjährig verheißene oder angedrohte Erneuerung von außen verunsichernd wirken: Alles (und nicht nur etwas) neu (und nicht nur anders). Hier spricht Gott selbst, als einer, der sich nicht ohne Weiteres in organisationale Logiken einspeisen lässt: Siehe, ich mache alles neu! Wer dies ernst nimmt, erkennt die Grenzen menschlicher Steuerungskraft und wird gleichzeitig eingeladen, Vertrauen zu entwickeln.

Die Verheißung von Erneuerung eröffnet Chancen: das Unbekannte neugierig zu erkunden heißt, sich als gestaltende:r Akteur:in zu entlasten, Möglichkeiten zu entdecken und bewusst neuen Wegen zu vertrauen.

Für die diakonische Praxis bedeutet dies: Bewährtes zu prüfen bleibt wichtig, doch es reicht nicht, nur zu bewahren. Führungskräfte und Mitarbeitende sind gefordert, Räume zu eröffnen, in denen Neues erprobt werden kann und überhaupt sein darf, und gleichzeitig in Transformationsprozessen Stabilität zu sichern.

Daraus ergibt sich eine neue Perspektive für das Management und möglicherweise ein dritter, „diakonischer“ Entwicklungsmodus, den man im St. Galler Management-Modell ergänzen könnte, weil er Optimierung und Erneuerung sinnvoll ergänzt: „Vertrauensvolles Einlassen“.

Studierende im Studiengang Diakoniemanagement lernen, solche Spannungen auszuhalten und zwischen Bewahrung und Veränderung bzw. Weiterentwicklung , geplanter Optimierung und Überraschung zu navigieren. Das IDWM bietet dafür Raum: Hier werden Transformationsprozesse praxisnah theologisch reflektiert. Projekte, Forschung und  Organisationsentwicklung werden zu Erfahrungsfeldern, in denen Neues ausprobiert, geprüft und auf eigene Kontexte übertragen werden kann. Die Losung 2026 wird somit zu einem Aufruf, Neuschöpfung nicht nur vertrauensvoll zu erwarten, sondern verantwortet und neugierig mitzugestalten.

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