Neues aus dem IDWM

Der Masterkurs 20 zu Besuch in Frankfurt

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Vom 5. bis 7. Juni 2025 erlebten die Teilnehmenden des Diakoniemanagement-Masterkurses 20 unter der Leitung von Prof. Dr. Michael Wittland und Damian Ostermann ein „Seminar am anderen Ort“ Frankfurt. Unter dem Titel „Innovation und unternehmerisches Handeln in Diakonie und Sozialwirtschaft im internationalen Horizont“ erwartete die Teilnehmenden ein dichtes Programm mit zahlreichen Impulsen und unterschiedlichen Begegnungen mit engagierten Schlüsselpersonen, die ihre Erfahrungen teilten.

Die Anlaufstellen umfassten u.a. Projektinitiativen und Banken und bei den Wegen zwischen Hochhäusern und historischen Altstadtgassen erkundeten die Teilnehmenden Frankfurt als multirationale Stadt. Auch das Frankfurter Wetter unterstrich diese Kontrastierung in Form eines Wechselspiels von Sonnenschein und Platzregen.

Zu Beginn gab Christof Mandry als Professor für Moraltheologie und Sozialethik an der Johann Wolfgang Goethe-Universität erste Einblicke in Forschungsvorhaben zu  internationalen Kooperationen.

Beim Besuch der Evangelischen Bank unter Leitung von Janett Köcher, Direktorin für institutionelle Kunden, wurde deutlich, dass dort Nachhaltigkeit mehr als ein Modewort ist – sie gilt als Mission. Die Bank versteht sich als werteorientierter Finanzpartner mit christlichen Wurzeln und begleitet soziale und kirchliche Akteur:innen in ihrem Streben nach einer „nachhaltig lebensfähigen Gesellschaft“.

Ein weiteres Highlight stellte das Projekt FaMos (Familien in der Moselstraße) im Bahnhofsviertel dar. Gefördert von einer Stiftungsallianz, entsteht dort ein offenes Zentrum für Familien und Kinder. In den teils noch leeren Räumen erläuterte Silvia Genz, wie FaMos fast 3.700 Bewohner:innen des Viertels, darunter über 400 junge Menschen, unterstützen möchte. Bezüge zum Thema des Studienmodul lagen auf der Hand: ein kleines Diakonie-Vorhaben will Großes bewirken und die konkrete innovative Umsetzung von Diakonie in städtischem Umfeld wurde greifbar.

Den Tagesabschluss bildete ein Stadtrundgang mit Prof. em. Dr. Matthias Benad, als Kenner Frankfurts und Experte für Diakoniegeschichte. Er verband historische Fakten mit persönlichen Anekdoten, führte zum Dom, durch Frankfurts „historische“ Altstadt und über den Römerberg, wobei stadtplanerische Strukturen der Frankfurter Geschichte sowohl in repräsentativer als auch in gemeinwohlorientierter Weise in den Blick kamen.

Am Freitagmorgen berichtete Schwester Heidi Steinmetz, Vorstandsvorsitzende des Frankfurter Diakonissenhauses, eindrucks- und kraftvoll von ihren Erfahrungen mit Abschiedsprozessen – sowohl im persönlichen als auch institutionellen Kontext.

Unternehmerische wie internationale Perspektiven kamen in der Geschäftsstelle der Inneren Mission Frankfurt zur Sprache. Dort wurde die Gruppe von der theologischen Vorständin Clarissa Graz, Nelli Hakobyan und Stefan Schröter aus dem Projekt „Migration als Baustein zur Fachkräftesicherung“ empfangen. Diskutiert wurde über Pre- und Onboarding sowie die Bewältigung von Verfahren im „Behördendschungel“. Anhand konkreter Fallbeispiele wurde erfahrbar, wie Innovation nicht am Schreibtisch, sondern im alltäglichen Umgang mit Menschen entsteht.

Dr. Peter Meyer vom Zentrum Verkündigung der EKHN setzte theologische Akzente und thematisierte Aufbruch und Erneuerung im kirchlichen Kontext. Ergänzend bot Ariane Schoen von „Invest in Visions“ Einblicke in alternative, internationale Finanzierungsmodelle und erörterte Herausforderungen gemeinwohlorientierten Handelns in einer globalisierten Welt.

Samstags bot der Ausstellungsbesuch „Yes, we care. Das Neue Frankfurt und die Frage nach dem Gemeinwohl“ im Museum Angewandte Kunst die Möglichkeit, städtebauliche und historische Perspektiven der Gemeinwohlfrage zu reflektieren. Im Anschluss konnten die Studierenden gemeinsam mit Sonja Sikora Bezüge zu aktuellen Gemeinwohl‑Diskursen herstellen.

Die Studienfahrt verband fachliche Impulse mit persönlicher Begegnung – maßgeblich geprägt von theologischen, ethischen, finanziellen und praxisorientierten Perspektiven. Zahlreiche Begegnungen bereicherten das Verständnis von Innovation und diakonischem Unternehmertum und eröffneten Impulse, die in künftige berufliche wie akademische Kontexte hineinwirken können.

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