Viele Menschen mit Heimerfahrung verfügen nur über wenige Medien des Erinnerns an alltägliche Erlebnisse und das Aufwachsen in Heimeinrichtungen, weshalb sie von Schwierigkeiten bei der biographischen Identitätsarbeit berichten. Angesichts mangelnder Alternativen gerieten deshalb in den letzten Jahren verstärkt Potentiale und Grenzen von überlieferten Aufzeichnungen aus institutionellen Archiven für Erinnerungen an Kindheit und Jugend in Heimen in den Fokus der wissenschaftlichen Diskussion. Der Vortrag stellt das Konzept sowie ausgewählte Befunde einer historisch orientierten Untersuchungsphase des laufenden Forschungsprojektes „Archiving Residential Children’s Homes in Scotland and Germany (ARCH)“ zur Diskussion, in der Inhalte und Zugänglichkeiten von Dokumenten über den Alltag in Freistätter Erziehungsheime aus dem Hauptarchiv Bethel analysiert wurden.
Dr. phil. Maximilian Schäfer ist wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Erziehungswissenschaft im Forschungsprojekt "Back to the Future: Archiving Residential Childrens Home's in Scotland and Germany (ARCH)" unter Leitung von Prof. Dr. Florian Eßer an der Universität Osnabrück. Er beschäftigt sich u.a. mit folgenden Arbeitsschwerpunkten:
- Empirie und Theorie familienanaloger Formen der Hilfen zur Erziehung,
- Methodologien und Methoden qualitativer Sozialforschung,
- Ethnografische Wohn-, Sanktions-, Emotions-, Gewalt- und Organisationsforschung,
- Pädagogisches Handeln aus performativ-interaktionstheoretischer Perspektive,
- Soziale Arbeit, Sexualität, Nähe und Distanz,
- Soziale Arbeit, Drogenkonsum und Sucht,
- Geschichte und Gegenwart der stationären Hilfen zur Erziehung
Einblick in Dr. Schäfers Publikationen erhalten Sie hier.
Dieses Diakoniewissenschaftliche Kolloquium bot das IDSG zusammen mit dem IDWM als Hybridveranstaltung an.